Nie wieder unscharfe Bilder

Die optimale Bildauflösung in einer Kurzanleitung

Bei einem Besuch auf der Internetseite eines Auftraggebers fiel mir neulich auf, dass einige der von mir erstellten Portraitfotos unscharf dargestellt wurden. Kurzerhand bot ich meinem Kunden an, ihm beratend zur Seite zu stehen, denn schließlich ist es auch im Sinne des Fotografen, wenn seine Bilder im Internet scharf dargestellt werden. Bei der Gelegenheit kam mir der Gedanke, dass der Umgang mit Bildauflösung und Bildgrößen nicht für jeden so alltäglich ist wie für mich. Gerade Kleinunternehmen und Vereine ohne eigene IT- oder Marketingabteilung begeben sich hier oft auf fremdes Terrain.

Daher habe ich für Sie diesen kurzen Leitfaden erstellt, mit dem es Ihnen leicht fallen sollte, Ihre hochwertigen Businessfotos für Webseiten, Social Media und Druckerzeugnisse optimal zur Geltung kommen zu lassen!

Wie Sie unscharfe Bilder in den Griff bekommen

Wichtig für eine gute Bilddarstellung ist natürlich in erster Linie ein professionell geschossenes Foto. Darüber hinaus spielen aber noch zwei weitere Faktoren eine wichtige Rolle: Die Bildauflösung („dpi“ für Druck bzw. „ppi“ für Webgrafiken) und Pixel- bzw. Zentimetermaße. Die Maßeinheit „dpi“ steht dabei für „Dots per Inch“ und bezeichnet die Anzahl der Punkte pro Inch (engl. Maßeinheit), die eine Druckmaschine benötigt, um eine Grafik für das Auge darzustellen. Hier gilt: Je größer das gewünschte Papier-Format, desto weniger Punkte pro Inch werden zur Darstellung benötigt. Klingt paradox? Dann denken Sie bitte einmal an ein großes Werbeplakat. Wenn Sie nahe genug herantreten, werden Sie leicht die einzelnen Farbpunkte aus Blau, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) erkennen können. Bei einer Visitenkarte brauchen Sie dagegen schon eine Lupe, um die unzähligen Druckpunkte als solche identifizieren zu können. Denn je größer der Abstand des Betrachters zum Bild, desto weniger Punkte (dots per inch) braucht man für das gedruckte Format. Drucktechnik ist eine Wissenschaft für sich und könnte ganze Bände füllen. Zur Vereinfachung habe ich Ihnen hier einige Richtwerte für die Auflösung von Fotografien und (Pixel-)Grafiken für Papierdruckerzeugnisse in Ihrem Firmenalltag zusammengestellt:

Postkarten und Plakate: 150 bis 200 dpi
Visitenkarten: mind. 300 dpi
Magazine, Hochglanz-Flyer und Fotodruck: 300 dpi

Je größer das von Ihnen gewählte Medium ist, das bedruckt werden soll, desto größer muss auch das darauf abgebildete Foto sein, um scharf dargestellt zu werden. Die Größe eines Fotos wird in Pixeln wiedergegeben (z.B. 6000 x 4000 px). Diese Angabe erhalten Sie, wenn Sie das gewünschte Bild auf Ihrem PC-Rechner aufsuchen, einen Rechtsklick Ihrer Maustaste tätigen, ganz unten auf „Eigenschaften“ gehen und „Details“ aufrufen.

Von Benfeldt erhalten Sie stets zwei Bildordner – einen für den Druck sowie einen für die Verwendung im Web, wobei unsere Fotogröße für gängige Papier-Druckerzeugnisse völlig ausreichend ist. Die Ursprungsdatei in diesen Ordnern sollte Ihnen als Maßstab für die Pixelmaße dienen, da diese bei einer 100%-Darstellung die optimale Qualität aufweist. Achten Sie bitte darauf, dass bei der Erstellung Ihrer Druckerzeugnisse dieses 100%-Maß nicht überschritten wird, da Sie ansonsten unscharfe Bilder erhalten. Wenn Sie genau wissen wollen, wie viele Pixel Sie für Ihren Bilddruck auf Papier benötigen, finden Sie hier einen kostenlosen Online-Umrechner von Zentimeter in Pixel und umgekehrt, der ihnen helfen kann, das richtige Pixelmaß für Ihr Druckprodukt herauszufinden.

So bereiten Sie Fotos für die Webansicht vor

 


 

Für den Druck sollte die Auflösung für das gewünschte Format (Bildgröße in Pixel bzw. cm) beachtet werden.
Sicher ist Ihnen aufgefallen, dass auch Bilder für den digitalen Gebrauch die Angabe „dpi“ nutzen, obwohl man auf dem Bildschirm Druckpunkte („dots“) vergeblich sucht. Displays geben Bilder ausschließlich in Pixel wieder (also „pixel per inch“ bzw. ppi). Standardmäßig ist zwar die Rede von 72 bzw. 96 dpi für Bilder auf Monitoren und Displays, allerdings könnten Sie die dpi-Zahl hier ruhigen Gewissens auf einen Wert zwischen 1 und 72 dpi setzen (s.Bildergalerie). Auf die Bildschirmdarstellung Ihres Bildes hat dies keine Auswirkung. Eine möglichst kleine Dateigröße für Ihre Webansicht ist sogar von Vorteil, denn je optimaler Sie ihre Bilddateien für die jeweiligen Anforderungen aufbereiten, desto kürzer ist die Ladezeit Ihrer Internetseite. Und das wird nicht nur von Google honoriert, sondern auch von potentiellen Webseitenbesuchern, die bei langen Ladezeiten gerne die Nerven verlieren und zu anderen Konkurrenten-Seiten abwandern.

Auch für Bilder am Bildschirm spielt also die Größe eines Bildes, d.h. die Anzahl der Pixel, eine wichtige Rolle. Hier gilt es, Bildschirmvorgaben und Bilderrahmen auf Ihrer Homepage, Ihrem Theme und/oder Ihren Social Media Kanälen (WhatsApp, Facebook, XING etc.) zu beachten. Wenn Sie z.B. einen Bildrahmen auf Ihrer Webseite haben, der die Maße … x … Pixel vorgibt und Sie stattdessen ein viel zu großes oder zu kleines Bild einfügen, erhalten Sie ein unscharfes, „verpixeltes“ Bild. Zu große Fotos und Grafiken verlängern außerdem wieder die Ladezeit Ihrer Seite mit den bereits benannten Folgen für die Sichtbarkeit Ihrer Seite auf Google und die Verweildauer Ihrer Besucher. Es lohnt sich also, in Erfahrung zu bringen, welche genauen Pixelmaße Sie für die Bilder auf Ihrem Onlineauftritt benötigen, eventuell selber verschiedene Größen auszuprobieren oder sich gleich von einem Fachmann (Grafikdesigner, Fotografen, Mediengestalter, etc.) beraten zu lassen. Denn manchmal kann auch ein Fehler im Webseitencode vorliegen, der Ihren Browser dazu auffordert, Ihre Firmenfotos nicht in optimaler Qualität darzustellen.

Kurz zusammengefasst:
Als Daumenregel für Auflösung und Bildgrößen am Bildschirm gilt also: „So groß wie nötig und so klein wie möglich.“ Zur Verkleinerung bzw. Skalierung Ihrer Fotos können Sie neben Photoshop (hier: „Für Web speichern“) z.B. das kostenfreie Programm Irfanview nutzen.